Hallo liebe Freunde und Freundinnen und willkommen zu einem aktuellen Special. Eigentlich sollte das Thema Ebola diese Woche als einziger News-Flash erscheinen , da momentan aber so viele Dinge geschehen die unserer Aufmerksamkeit bedürfen wird es morgen am 09. noch einen "normalen" Flash geben um die aktuellen Geschehnisse im Nahen Osten und Hong-Kong unterzubringen. Der Internet-Flash am Freitag wird trotzdem ganz normal erscheinen und sich wohl auch mit den weltbewegenden Geschehnissen beschäftigen - nur auf der Ebene des Internets.
Der Virus, Herkunft.
Der Virus wurde nach dem Fluß Ebola benannt, einem kleinen Seitenarm des Kongo in der Republik Kongo, an dem er das erste Mal 1976 von Wissenschaftlern entdeckt wurde. Allerdings scheint er schon weit länger zu existieren, da es Volksstämme gibt die über eine gewisse Immunität zu verfügen scheinen. Der aktuelle Virus wurde von der Harvard University genetischen Tests unterworfen die nahelegen das dieser Ableger seit etwa 2004 in Westafrika existiert und wohl durch Fledermäuse oder Flughunde eingeführt wurde. Wie der Virus dann auf den ersten Wirt überging ist nicht geklärt, allerdings werden diese Tiere gejagt und als "Bushmeat" gegessen und verkauft. Wie dem auch sei. Eine Person in Guinea infizierte sich und steckte andere an. Bei einer Beerdigung eines der Opfer infizierten sich andere und brachten den Erreger dann nach Sierra Leone.
Der Virus, Deutschland und Europa.
Da das Virus eine lange Inkubationszeit besitzt wird es eventuell an Flughäfen nicht erkannt. In Deutschland werden deswegen allen Westafrikareisenden Infos über Symptome und Verhaltensmaßnahmen mitgeteilt. Laut offiziellen Behörden ist es zwar möglich, das Ebola-Infizierte ins Land kommen, jedoch seien die medizinischen und hygienischen Standards so hoch, das die Bevölkerung vor einer weiteren Ausbreitung sicher ist.
Übertragen wird Ebola durch direkten Körperkontakt und den Austausch von Körperflüssigkeiten. Der Erreger wurde in Muttermilch und Sperma entdeckt, wo er nach der Genesung bis zu zehn Wochen später noch nachweisbar ist. Der Virus kann mehrere Tage ohne Wirt auskommen und sich so durch Schmierinfektion verbreiten, auch wenn die WHO davon ausgeht das eine solche Ansteckung durch richtige Desinfektion vermieden oder vermindert werden kann.
Der Virus, Heilung?
Die DNA Analysen zeigten eine erhöhte Mutationsrate dieses Ebolavirus'. Er unterscheidet sich erheblich von den Erregern vorheriger Ausbrüche, was den Schluss nahelegt das sich diese schnellen Veränderungen auch auf eventuelle Medikamente auswirken könnte. Der Virus ist in der Lage fast alle Zellen eines Wirtskörpers zu infizieren und nimmt sich dabei vor allem Leber, Milz und Lymphknoten vor. Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 21 Tagen besteht eine Chance von 50-90% an der Infektion zu sterben. Heilmittel werden momentan getestet und an Freiwilligen ausprobiert, darunter fallen ZMapp, FAVIPIRAVIR und TKM-Ebola. Das "experimentieren" mit Freiwilligen wurde von der Ethikkomission des WHO bewilligt weil bei Tierversuchen die meisten Tiere mit diesen Medikamenten geheilt werden konnten - und weil Alternativen fehlen. Der Hersteller von ZMapp, dem eventuell wirksamsten Medikament, kommt unter Zugzwang und kann die hohe Nachfrage nicht mehr decken. Andere, ebenfalls unerprobte Mittel, müssen die Lücke füllen.
Inzwischen sind 5 der Mitarbeiter die Proben für die DNA-Analysen sammelten an Ebola gestorben.
Die Opfer, die Helfer!
Zahlen sind Schall und Rauch. Bis zum 3. Oktober geht die WHO von 3.500 Toten aus, die Dunkelziffer liegt vermutlich höher. Was aber ist mit den Menschen die nicht infiziert sind? Wie sieht die humanitäre Lage aus während die Augen der Welt auf Kriege und Krisen gerichtet sind die unseren Wohlstand bedrohen?
Zum Glück - möchte man fast schon sarkastisch sagen - gibt es inzwischen auch Infizierte in Europa, so das dass Interesse der Öffentlichkeit und den Regierungen immer weiter steigt, so das Hilfsaktionen anlaufen und sogar die Bundeswehr es vielleicht schafft ein paar Vögel in die Luft zu bekommen. Alleine in Deutschland bereiten sich 3.000 Soldaten und Freiwillige auf eine Hilfsmission vor, die USA schicken 3.000 Soldaten um die Quarantänezonen zu sichern, das World Food Programm baut seine Hilfen massiv auf um 1 Million Menschen versorgen zu können, die EU bewilligte millionenschwere Hilfen, eine EU-Luftbrücke durch den Senegal wurde eingerichtet um dringend benötige Hilfsmittel und Nahrung zu verteilen und China entsendet ein mobiles Labor und Gesundheitsexperten.
Was manchen Industrieländern aber peinlich aufstoßen sollte ist die Tatsache das Kuba - ja, DAS Kuba, mit 165 Ärzten und 296 weiteren Spezialisten, mehr Hilfen stellt als zum Beispiel Australien und England zusammen.
Die Liste an Freiwilligen wird länger und länger und sie setzen sich einer nicht zu unterschätzenden Gefahr aus um den Menschen dort zu helfen.
Während die internationale Hilfe anläuft bahnt sich in den betroffenen Ländern eine Katastrophe an. Schulen sind geschlossen, ganze Wirtschaftszweige brechen zusammen und die Lebensmittelpreise sind um bis zu 150% gestiegen. Kinder, die durch Ebola ihre Eltern verlieren, werden von der Dorfgemeinschaft oder Verwandten aus Angst vor Ansteckung abgewiesen. Mindestens 3.700 Kinder in Guinea, Liberia und Sierra Leone haben nach Schätzungen von UNICEF ein oder beide Elternteile durch den Virus verloren. Viele der Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern die sich um die Infizierten kümmerten sind tot, so das ohne ausländische Hilfe keine Rettung in Sicht ist. Islamischen Pilgern aus den betroffenen Ländern wurde die Einreise nach Saudi Arabien verweigert und mehrere Nachbarstaaten schlossen die Grenzen zu den Ländern. In den Quarantänezonen in Sierra Leone leben momentan eine Million Menschen. Die Zonen sorgen aber leider nicht nur für Sicherheit, erschweren sie doch auch die Belieferung mit Gebrauchsgütern und Lebensmitteln was bereits zu Aufständen geführt hat. Die Lage in den drei Länder und in Westafrika ist angespannt und man wartet auf Hilfe.
Ende
Warum beschäftige ich mich lieber mit einer Krankheit als mit der ISIS oder der Ukraine? Weil man hier sehen kann das die Menschen in der Lage sind gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Welt hilft gemeinsam. Wissenschaftler und Freiwillige arbeiten zusammen daran eine Krankheit zu bekämpfen an der Leute sterben die sie nicht kennen. Wir spenden, damit UNICEF und CO. ihre Arbeit machen können. Für mich ist das eine gute Möglichkeit, in all dem Chaos und den schlechten Nachrichten der letzten Wochen auch mal etwas gutes zu finden
Das wir doch nicht so schlecht sind wie wir denken.
Hier sind ein paar Links über Ebola und den Hilfsorganisationen die sich dort gerade engagieren. Informiert euch! Über alles! Hart!
http://www.drk.de/weltweit/afrika/westafrika-ebola-ausbruch.html
http://www.unicef.de/informieren/projekte/-/ebola-virus-westafrika/54690
http://www.wfp.org/stories/wfp-response-ebola
http://www.sos-kinderdoerfer.de/unsere-arbeit/hilfsprojekte/sos-patenschaft-fuer-ebola-waisen
http://www.worldvision.de/spenden-katastrophenhilfe-ebola-in-westafrika
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